Was tun ohne Mietspiegel?

Der Schutz von Mietern ist absolut berechtigt und steht bei vielen Diskussionen in der Politik auf dem Zettel. Als „Gegner“ steht nahezu immer ein Immobiliengigant der mit Vermietung maximalen Profit machen möchte. Auf der Strecke bleiben dabei oft private Vermieter, denn die Rahmenbedingungen machen das Vermieten von Wohnungen und Häusern oft unrentabel.

Mieterhöhungen sind für Privatvermieter in Regionen ohne Mietspiegel fast unmöglich und demgegenüber stehen steigende Handwerker- und Materialpreise, um die Immobilie zu erhalten. Eigentlich wären Immobilien eine nachhaltige Anlage, aber wenn diese im Laufenden Betrieb zum Draufzahlgeschäft werden und nur die Preisentwicklung positiv ist, dann hemmt das die Investitionen.

Mietspiegel als Rahmen für Mieterhöhungen

Städte ab 50.000 Einwohnern müssen einen Mietspiegel erstellen und damit sind die Spielregeln klar. Vermieter können sich am Mietspiegel orientieren und unter Beachtung von weiteren Regeln wie der Mietpreisbremse die Miete erhöhen.

In kleineren Orten sucht man jedoch vergeblich nach einem Mietspiegel. Bei Neuvermietung ist das kein Problem, aber beim Versuch eine Bestandsmiete zu erhöhen wird es schnell teuer oder schwierig.

Sachverständigengutachten zur Erhöhung der Miete

Ist kein Mietspiegel ausgewiesen, dann haben private Vermieter von Wohnungen oder Häusern die Möglichkeit ein Sachverständigengutachten erstellen zu lassen. Anhand dessen besteht dann die Möglichkeit die Miete zu erhöhen. Das Problem dabei sind jedoch die Kosten.

Schnell liegt man hier bei 2.000 Euro. Damit dürfte ein großer Teil der Mehreinnahmen durch die Mieterhöhung bereits vor der Durchsetzung wieder aufgebraucht sein. Für die meisten Immobilieneigentümer wird diese Option also schnell wieder vom Tisch sein.

Mieterhöhung mit ortsüblichen Vergleichsmieten

Was bleibt, wenn es wie oft im ländlichen Raum oder kleineren Städten keinen Mietspiegel gibt und man keine 2.000 Euro für ein Sachverständigengutachten investieren will und kann, sind ortsübliche Vergleichsmieten. Das klingt im ersten Moment ganz gut – doch bei genauerem Betrachten steht man vor einem fast unlösbaren Problem.

Wie soll man herausfinden, wer eine ähnliche Immobilie besitzt und zu welchen Konditionen diese vermietet ist? Der Gesetzgeber stellt Privatvermieter hier vor eine nahezu unlösbare Aufgabe. Nach vergeblichen Versuchen von mehreren Anbietern gibt es nun eine Web-App die Abhilfe schaffen und private Vermieter vernetzen möchte.

Entgegen der Namensgebung www.mietspiegel.com finden sich dort keine Mietspiegel-Tabellen zu diversen Städten. Es handelt sich um eine Plattform in der man anhand verschiedener Kriterien Vermieter aus der Region finden kann die Eigentümer einer ähnlichen Immobilie sind, um sich auszutauschen.