Zahl der Einbrüche steigt – so schützen Sie Ihr Hab und Gut

Osteuropäische Einbrecherbanden überziehen Deutschland mit Wohnungseinbrüchen lautet eine häufig kolportierte These. Beweisbar ist sie nicht. Doch ganz gleich, woher die Täter stammen – wenn sie mit der Beute abziehen, bleibt dem Wohnungsinhaber vor allem eines: das Gefühl, zu wenig getan zu haben für die Sicherheit des eigenen Heims.

Einbrecher haben es leicht

Der Kriminalhauptkommissar und Dozent an der Fachschule für öffentliche Verwaltung NRW Frank Kawelovski verschaffte sich und seinen Studenten einen persönlichen Eindruck von der Sicherheit deutscher Wohnungen und Häuser. Gemeinsam besuchten sie rund 500 Mehrfamilienhäuser und prüften die Chancen für Einbrecher. An 25 Häuser standen dabei die Hauseingangstüren offen. Das macht es Tätern leicht. Auffallend war ebenfalls, dass niemand die Polizei rief, obwohl die Gruppe fremder Personen durchaus beobachtet wurde. Auch das spielt den Verbrechern in die Hände. Sie benötigen im statistischen Mittel nur etwa 5 Minuten, um einzubrechen, Wertvolles einzusammeln und wieder zu verschwinden.

Täterverhalten untersucht

Wenn es den Ermittlern gelingt, Banden statt Einzeltätern dingfest zu machen, bestätigt dies scheinbar die Annahme, dass eine Art Einbruchs-Tourismus in Richtung Deutschland stattfindet. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. hat das Verhalten reisender Täter unter die Lupe genommen. Dafür befragten die Forscherinnen Wollinger und Jukschat inhaftierte Einbrecher. In der 2017 vorgelegten Studie wird deutlich, dass noch nicht einmal die Hälfte aller Verurteilten aus dem Ausland stammt [http://kfn.de/wp-content/uploads/Forschungsberichte/FB_133.pdf]. Anderen Quellen zufolge sind Opfer und Täter in beinahe jedem zweiten Fall miteinander bekannt. Der Vorteil liegt beim Kriminellen: Er weiß, was zu holen ist und wo er es findet.

Das schreckt Täter ab

In den Interviews der Straftäter stellten Wollinger und Jukschat die Frage nach den Kriterien zur Auswahl des Objektes. Einige Antworten überraschen. Gepflegte Gärten erlauben aus Sicht der Kriminellen Rückschlüsse auf eine hohe Beute. Wenn ab der Dämmerung kein Licht brennt, wissen die Täter, dass sie ungestört zu Werk gehen können. In der Befragung wird auch deutlich, dass die sprichwörtliche Gelegenheit Diebe macht: Ungesicherte Kunststofffenster wären leichter aufzubrechen als Holzfenster. Statt höherer Strafen erwarten die Forscherinnen mehr Erfolg durch Abschreckung. Schon einfache, mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen halten auf – und Kriminelle haben es immer eilig. Welche Maßnahmen noch empfehlenswert sind, fasst die SicherheitsExpo München zusammen, auf der sich auch in diesem Jahr wieder Sicherheitsexperten aus dem ganzen Land treffen.

Video-Interview mit dem LKA Bayern

Unsere Kollegen von Messeblick.TV haben auf der Messe in München mit einem Vertreter des Landeskriminalamtes Bayern gesprochen. Im Video finden Sie hilfreiche Informationen: https://www.messeblick.tv/2017/heim-handwerk/einbruchschutz-bayerisches-landeskriminalamt

Wir hoffen unsere Hinweise helfen Ihnen etwas weiter. Halten Sie die Augen offen und achten Sie auch auf scheinbare „Kleinigkeiten“. Schon einfache Dinge wie die Tür wirklich absperren schaffen mehr Sicherheit!

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