Pepper Roboter für Beratung – Einzelhandel 4.0?

Wir haben Pepper auf der Spielwarenmesse in Nürnberg angetroffen – vorgestellt von Humanizing Technologies und Duo. Künstliche Intelligenz beflügelt die Fantasie der Menschheit. Seit sich erste Publikationen gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem „mechanischen Menschen“ beschäftigten. Der Begriff „Roboter“ fand erst 1942 mit der Veröffentlichung von Isaac Asimovs Robotergesetze Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch. Heute begegnen sie uns vielleicht schon im Alltag.

Pepper – Roboter mit Gefühl

Während Roboter in der Literatur schwierige Aufgaben meistern, war es um die Akzeptanz der Maschinenmenschen in der wahren Welt nicht gut bestellt. Um die Ressentiments möglichst gering zu halten, beschäftigen sich die Macher in den Laboratorien zunächst mit dem Aussehen. Eine Ähnlichkeit mit der menschlichen Erscheinungsform scheint erstrebenswert. Wie schwierig es ist, den aufrechten Gang nachzuahmen, zeigen zahllose linkisch wirkende Ergebnisse. Mit dem Roboter Pepper ist eine Annäherung an das humanoide Vorbild gelungen. Die wahren Stärken liegen jedoch auf anderer Ebene: der Fähigkeit, den menschlichen Gefühlsausdruck zu interpretieren.

Laufende Optimierung

Der technische Berater erinnert optisch an eine Frau. Auf der Brust trägt Pepper einen Tablet-PC, der ihr die Interaktion mit den Menschen erleichtert. Darauf angewiesen ist der Roboter nicht: Der humanoide Roboter spricht, nimmt seine Umwelt mithilfe von Kameras wahr. Ein komplexer Algorithmus übersetzt dabei gezeigte Emotionen in eine Sprache, die Pepper versteht. Unermüdlich lernt der freundliche Berater, die Gefühle der Menschen besser zu interpretieren und passt ihre Fähigkeiten dem Lernerfolg an. Die sogenannte Emotion-Engine kreiert auf lange Sicht Roboter-Individuen.

Außen Charme, innen Technik

20 Motoren steuern die Bewegungen des Roboters. Natürlich ist Pepper jederzeit mit dem Internet verbunden, um Antworten auf Fragen zu liefern. Mit einer voll aufgeladenen Lithium-Ionen-Batterie gelingt das für volle 12 Stunden. Der angenehme Gesprächspartner nach dem Vorbild Siris, der Sprachsoftware aus dem iPhone, kann also einen ganzen Arbeitstag bestreiten. Begrüßt Ihre Gäste, führt diese herum, klärt auf und informiert. Erste Einsätze als Verkaufsberater absolvierte Pepper zur vollständigen Zufriedenheit aller Beteiligten. Der futuristische Berater soll keine klassischen Berater ersetzen, jedoch dafür sorgen, dass diese nicht ständig den gleichen Text wiederholen müssen. Dadurch haben diese mehr Zeit für Gespräche, bei denen individuelle Beratung erforderlich ist.

Roboter als Berater im Alltag

Nicht auszuschließen, dass Sie Pepper bald persönlich begegnen. Vielleicht auf der EuroShop 2017 in Düsseldorf, der internationalen Fachmesse des Handels. Dort nämlich informieren sich Händler über Ladeausstattung und Verkaufssysteme, zu denen auch Pepper bald zählen kann. Den Verkaufsberater wird zwar nicht vollständig ersetzen, jedoch wichtige Aufgaben bei der Kundenbetreuung übernommen. Die Zeit vom Betreten des Ladengeschäfts bis zum Beratungsgespräch verkürzt Pepper auf angenehme Art, an die wir uns sicher schnell gewöhnen.

 

(Bildquelle: Titelbild © Messeblick.TV)

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