Handwerk hätte goldenen Boden

Wenn die Lampe nicht mehr leuchtet und ein Glühbirnenwechsel keinen Erfolg zeigt, ist Handwerk vom Fach gefragt. Der Elektriker ran – deoch der kommt immer häufiger nicht. Hoffnungslos überforderte Handwerksbetriebe vertrösten Kunden am Telefon oder lehnen Aufträge rundweg ab. Der Fachkräftemangel ist nicht länger ein Problem der Industrie, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen.

Höhere Bildungsabschlüsse statt Handwerk

Im Vergleich zu 2008 beendeten 2015 insgesamt 5,1 Prozent mehr Schüler die Schulkarriere mit einem Fachabitur oder der Hochschulreife. Im selben Zeitraum sank die Zahl der Absolventen mit Hauptschulabschluss um 6,4 Prozent. [https://statistik.arbeitsagentur.de/Broschuere-Akademiker-2016.pdf] Wer das Abitur erst einmal in der Tasche hat, den drängt es an die Uni. 2015 nahm die Zahl der akademischen Fachkräfte deutlich zu: plus 37 Prozent. Besonders viele Akademiker finden sich in den Bereichen Management, Wirtschaftswissenschaften, Handel und Finanzen. Ebenfalls beliebt sind Studiengänge auf Lehramt. Technische Ingenieure finden sich erst auf Platz 3 der Erwerbstätigen mit Uniabschluss. [https://www.destatis.de]

Die Ausbildungssituation im Handwerk

Trotz hoher Jugendarbeitslosigkeit fällt es in den Betrieben schwer, Lehrlinge zu finden. Manchem Bewerber wird auch nachgesagt, dass er nicht die erforderlichen Kompetenzen mitbringt. Die Rede ist von Lesen, Schreiben und Rechnen und nicht etwa von Schulpraktika, die schon die halbe Ausbildung vorwegnehmen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Lehre im Handwerk mehr ist als reiner Selbstzweck. Es ist kräftezehrend, Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenenleben durch so manche Sinnkrise zu steuern und zusätzlich handwerkliches Know-how zu vermitteln. Dabei profitieren besonders die Jugendliche von einer Berufsausbildung. Ihnen droht sonst der Abstieg in ein Leben mit Hartz 4, denn ohne Ausbildung sind die Chancen am Arbeitsmarkt noch geringer.

Kräftig anpacken oder die Welt von Schreibtisch aus erleben

Wer die Nachfrage nach einem Uniabschluss der nach einer Ausbildung im Handwerk gegenüberstellt, weiß schon heute, dass der Elektriker morgen wohl immer noch nicht kommt. Wer die Bildungsinitiativen der vergangenen Jahre betrachtet, weiß vielleicht warum. Eltern und Schülern wird flächendeckend vermittelt, dass nur der Hochschulabschluss zu Geld und Ansehen führt. Wenn auch Sie nach Alternativen zum Studium suchen, besuchen Sie Handwerksmessen wie die mhm in Leipzig. Hier erleben Sie die Vielfalt Handwerk, die noch immer einen goldenen Boden haben kann.

 

(Bildquelle: Titelbild © Benjamin Nolte • Fotolia.com)

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