Craft Biere – Trend trifft Tradition

Craft Biere erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Craft-Beer-Brauer würden sich über die Aufhebung des Reinheitsgebots (Reinheitsgebot) freuen, dann nämlich könnten die verschiedenen Sorten ihr Potenzial vollständig entfalten. Was ist dran am neuen Geschmack?

Junge Marken, innovative Ideen

Schon unter Einhaltung des Reinheitsgebots hat der Braumeister zahllose Möglichkeiten, den Geschmack seines Bieres zu beeinflussen. Das beginnt bei der Wahl des Hopfens und geht weit über die Art des Mälzens hinaus. Innerhalb eng gesteckter Grenzen entfaltet Bier in den Händen erfahrener und innovativer Brauer eine erstaunliche Vielfalt. Darauf setzen Craft-Brauereien, um sich mit ihren Produkten von standardisierten Biersorten aus der industriellen Produktion abzusetzen. Mit Erfolg, wie sich zum Beispiel auf der Internorga in Hamburg zeigt, auf der mehr als 34 Anbieter ihre Biere in der CRAFT BEER Arena präsentieren.

Kontinuität vs. Vielfalt

Gemessen am jährlichen Ausstoß ist Anheuser-Busch die weltweit größte Brauereigruppe. Als Reisende in exotische Länder schätzen Sie es vielleicht, auch dort auf ihre bevorzugte Biermarke zu treffen. Über Jahrzehnte hinweg gelingt es, einen gleichbleibenden Geschmack zu produzieren. Dennoch schmecken die Biere in den verschiedenen Ländern bestenfalls ähnlich, weil Bier ein natürliches Lebensmittel ist, das auf Veränderungen in den Bedingungen reagiert. Diesen Effekt machen sich die Craft-Beer-Brauereien zunutze, indem sie dem Bier eine Geschmacksvielfalt zurückgeben, die es in die Nähe von Wein rückt. Das gelingt sogar unter Einhaltung des Reinheitsgebots, wenn sie zum Beispiel andere Hopfensorten verwenden oder beim Mälzen ein alternatives Verfahren einsetzen.

Craft Biere: Trend trifft auf Tradition

In der Zielrichtung unterscheiden sich Craft-Biere stark von den Produkten aus der industriellen Großproduktion. Die neuen Biersorten stammen aus Handarbeit, was zu dem Namen führt: handcrafted – englisch für handgemacht – wollen die Biere sein und dadurch vielfältig. Die großen Brauereien setzen dagegen auf gleichbleibende Qualität. In Deutschland ist die Zutatenliste überschaubar, doch in den USA sieht das schon anders aus. Der Brauprozess bleibt hingegen immer gleich, unabhängig von der Produktionsmenge. Ab den 1970er Jahren drangen solche Kleinbrauereien als „Microbrewery“ von Schottland ausgehend über die USA erfolgreich bis zu uns. Hier treffen sie auf eine Kultur, in der sich ein Klosterbräu vielleicht jahrhundertelang behaupten konnte und neue Brauereien entstehen. Im direkten Geschmacksvergleich entfaltet sich das Geschmacksspektrum der Biere aus aller Welt vollends. Zum Wohl!

(Bildquelle: Titelbild © Kzenon • Fotolia.com)

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