Bio-Label – Bio ist nicht gleich Bio

Erinnern Sie sich noch, dass es eine Zeit ohne Bio-Lebensmittel gab? Was als Nischenprodukt begann, ist im Sortiment der Supermärkte inzwischen Standard. Apropos Standard: Ist Bio eigentlich immer gleich gut? Der Preisunterschied für verschiedene Produkte je nach Bio-Label fällt auf. Doch, was ist mit den Inhaltsstoffen?

Einfach Bio? Von wegen!

Der seit den 1970er Jahren stark angestiegenen Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln, wird die EU seit 2007 mit einem eigenen Bio-Siegel gerecht. Die EG-Öko-Verordnung [https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_(EG)_Nr._834/2007_(%C3%96ko-Verordnung)] legt Richtwerte fest und bestimmt, dass so zertifizierte Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft stammen. Dabei bezieht die Verordnung sowohl die Haltung von Nutzvieh ein, wie den Eintrag von Pestiziden oder die Einwirkung von ionisierender Strahlung zur Konservierung.

Von Brokdorf bis Bio

Der Siegeszug von Bio begann zeitgleich mit dem Widerstand in der Bevölkerung gegen Atomkraft. Damals dachte noch niemand an ursächliche Zusammenhänge. Die ergaben sich erst nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl. Bis dahin traten allerdings die Folgen der Umweltverschmutzung immer deutlicher zutage. Die Menschen fingen an, sich zu fragen, welche Konsequenzen die Verunreinigung von Flüssen und Böden für die Ernährung nach sich zieht. Demeter und Bioland gaben darauf als Erste eine Antwort. Später führte das Waldsterben auch dem letzten Zweifler vor Augen, worum es geht.

Bio ist nicht neu

Schon lange vor diesen Ereignissen ließ sich der Bio-Anbauverband Demeter seinen Namen patentieren. Seit 1928 sind Landwirte organisiert, die Landwirtschaft unter anthroposophischen Gesichtspunkten betreiben. Der Verband vergibt ein eigenes Siegel. Das gibt es auch von dem 1971 gegründeten Verband Bioland. Die Gründung von Bioland konnte den Umbruch einläuten und heute existieren unterschiedliche Verbände, die sich nach individuellen Kriterien dem Landbau und der Viehwirtschaft widmen. Auch dort, wo die Maßstäbe bei den Verbänden höher liegen, ist die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung vorgeschrieben.

Bio-Label: Wie viel Bio gibt es fürs Geld?

Geringere Erträge und mehr Platz für das Vieh heißen die Kostentreiber auf vielen verbandsorganisierten Bio-Höfen. Die EU fordert von den Bio-Landwirten weniger. Über regionale Erzeugnisse, die mindestens den Vorgaben der EU und einigen Bio-Verbänden genügen, und über alles Neue im Bereich Bio-Lebensmittel informiert die BIOFACH in Nürnberg aus globaler Sicht. Jetzt lohnt der Anbau auch schon angesichts langer Transportwege. Bio-Obst aus der ganzen Welt schließt Versorgungslücken im Winter und niedrige Endverbraucherpreise sind Alltag. Höhere Standards kosten mehr.

 

(Bildquelle: Titelbild © D. Ott • Fotolia.com)

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